Whoop, whoop, whoop – unsere erste Ausstellung

Jeder Hundehalter denkt, er hätte den schönsten Hund – und jeder hat recht.

 

Düdüm da steht man Sonntag mitten in der Nacht auf nach einem recht verklebten und verzauberten Besenbrennen, um zu einer Hundeschau zu fahren. Klingt ja nicht soooo berauschend – wies aber wirklich war, erfahrt ihr heute 🙂 .

Vor ein paar Wochen erhielt ich die Anfrage von Jennys Hundeschule, ob ich nicht Lust hätte, als Juror an einer Ausstellung teilzunehmen. Gedanklich ging ich den Kriterienkatalog des FCI durch, merkte dabei, dass ich mich selbst irgendwie fitter in Erinnerung hatte, und wollte eigentlich schon absagen. Aber dann erklärte mir Jenny, dass es allein um den Spaß bei der Sache ginge und Rassestandards eigentlich mal gar keine Rolle spielen. Teilnehmen dürften schließlich auch Mischlinge aller Coleur.

Gesagt – getan. Und weil nur Juror sein ja auch nicht fetzt, wenn man so einen eigenen Vierpfötler daheim hat, bat ich meine Mama mit Askan quasi inkognito teilzunehmen. Für mich war der Sieger damit ja eigentlich schon klar. Als wir dann mitten in der Botanik ankamen, war es aber mit dem Inkognito-Auftritt meines Senfhundes schon wieder Essig. Es war nämlich leider allen klar, dass es sich da um meinen Hund handelt. Da kennen mehr Leutz Askans Namen als meinen 🙂 .

 

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Aufgeteilt wurden die 19 Teilnehmer in kleine und große Hunde. Ausschlaggebend war hierbei offensichtlich das Gewicht, weshalb Askan als kleinster großer Hund antrat. Während Herrchen und Frauchen also gedanklich das Laufschema durchexerzierten, beschnupperten sich die Fellnasen recht freundlich. Blutdrücke und Pulsschläge gingen mit Heranrücken des eigenen mensch-hündischen Auftrittes sichtlich in die Höhe und auch mir wurde – quasi auf der anderen Seite – etwas mulmig zu Mute.

 

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Wir starteten mit den kleinen Hunden, sahen uns Welpen und erwachsene Hunde an, fragten nach Alter, Rassezusammensetzung, Geschlecht und Namen, sahen uns Hüben- und Drübenohren an und fühlten uns bei der Bewertung mehr und mehr wie Joachim Llambi bei Let´s Dance. Irgendwie waren alle so gut, dass sie sich hinsichtlich Gesundheitszustand, Gehorsam, Aussehen und Mensch-Hund-Beziehung nur marginal unterschieden. Boah war das schwierig. Während sich auch die Allerkleinsten durchs hohe Frühjahrsgras wuselten, beäugte klein Großsenfhund Frauchens buntes Treiben maximal skeptisch. Irgendwie ist es auch komisch, wenn Mama die ganze Zeit andere Hunde an ihren Öhrchen und Bauchis durchwuschelt. Mit dem Gedanken an einen zweiten Hund verguckte ich mich natürlich auch das ein oder andere Mal in die kleinen Fellpuschel. Als die Entscheidungen in der Gruppe der kleinen Hunde schweren Herzens gefallen waren, gingen die großen Hunde in den Ring.

Zauberschöne Schokotörtchen, Wuschelnasen und mit farbenfrohen Halsbändern aufgehübschte Hundedamen liefen aufmerksam mit ihren Menschen und sprangen über Hürden und durch Ringe, die natürlich im Vergleich zur Vorgruppe deutlich höher gesteckt wurden.

 

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Was keiner ahnen konnte, hier fiel uns die Entscheidung noch schwerer, was dazu führt, dass wir am Ende eines wunderbar lustigen und im Groß entspannten Vormittages einige Stechen um Platz 2, 3 und 4 in beiden Gruppen vor uns hatten. Und was noch weniger zu ahnen war: ein Stechen sollten zwischen den beiden Juryhunden stattfinden (ja offensichtlich hatte noch einer versucht, inkognito anzutreten 🙂 ). Askan musste also mitsamt Oma nochmal ran, folgte ihr wie ein kleines Pionierpferd im spanischen Schritt mit seinem Blick immer schön am Mensch klebend. Alles hätte so schön sein können, gedanklich hab ich schon die Super-High-End-Naschigkeit zur Siegerehrung ausgepackt, aber dann kam wieder der uselige Ring, durch den mein Bub nicht auf Anhieb springen wollte. Aber Gott seis gepriesen und getrommelt – sind wir ja alle nicht perfekt. Juryhund 2 war nämlich durch die anderen Hunde so arg abgelenkt, dass er direkt gegen die Hürde lief. Ein Lacher zu allen Seiten und zu schade, dass hier die Kamera nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort war 🙁 . Vasko – der Eurasierbub – gewann dann schließlich aber doch das Stechen, sodass wir uns mit dem vierten Platz zufrieden geben mussten. Aber Dabeisein ist ja schließlich alles und ganz heimlich denke ich, dass er wegen seiner Flauschigkeit gewonnen hat 🙂 .

 

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Während wir diskutierten, Punktzahlen durchrechneten und uns graue Haare ob der schweren Entscheidung wachsen ließen, wurden fleißig Bilder geknipst. Neben dem Ring tummelten sich Frauchen und Herrchen dann an dem zugehörigen Stand, an dem nebst selbstgebackenen Keksen auch diverse Spielis zu erstehen waren. Bei der abschließenden Siegerehrung freuten sich alle Teilnehmer über ihre Urkunde und die Sieger natürlich auch über die liebevoll gestalteten Pokale.

 

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Wir für unseren Teil müssen uns ganz herzlich bei Jenny für all die Mühe und liebevolle Vorbereitung trotz Schicksalsschlag bedanken. Ihr findet sie übrigens auch hier im Netz. Aus dem Nähkästchen geplaudert, müssen wir an dieser Stelle auch ihre Seminare ganz arg empfehlen 🙂 .

Wir freuen uns auf das nächste Jahr und hoffen wieder dabei sein zu dürfen 🙂 . Selbst wenn Rassestandards keine Rolle spielten, haben wir dennoch ganz viel über verschiedene Erbeinflüsse und Co lernen dürfen. Mein Bub ist übrigens von dem heutigen Erlebnis derart platt, dass der Futterdummy mit dem Popes nicht angeschaut wird und er mit allen Vieren von sich gestreckt selig vor sich hin grunzt.

 

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