Whisky in the jar – ähm Guinness im Napf

IMGP1892baJaaaaaa wir geben es ja zu: im Herzen sind wir kleine grüne Kobolde (also ich – Askan eher weniger). Da die Iren ja jedes Jahr am 17.3. feierlich den Saint Patricks Day begehen, nehmen wir uns den Gedenktag des irischen Bischofs diese Woche direkt einmal für einen außerplanmäßigen Post zum Anlass. Gemäß meines Wikipedia-Halbwissens gilt der übrigens als erster christlicher Missionar Irlands ;-).

Apropos christilicher Missionar: Wie ist es denn eigentlich um die Situation der Hunde in Irland bestellt? Nun die sieht leider gar nicht so rosig aus, wie ich mir das von den Bewohnern der grünen Insel wünschen würde. Fakt ist nämlich, dass die irische Gesellschaft noch nicht so super weit vom Agrarzeitalter weg ist. In der Folge sehen sie Tiere und insbesondere Hunde in einem ganz anderen Licht als das beispielsweise bei einem handelsüblichen Otto-Normal-Mitteleuropäer wie mir der Fall ist. Sprich die Iren (oder in dem Fall wohl eher die Irren) betrachten Hunde eher als Nutz- denn als Kuscheltier. Dabei ist die Bevölkerung, wie könnte es im eh schon gespaltenen Irland auch anders sein, geteilter Meinung. Es gibt einerseits Züchter und Aussteller, die hohe Ambitionen für ihre Hunde haben. Es gibt Hunde, die sich ihren vollen Napf mit harter Arbeit verdienen müssen, wie beispielsweise Jagdhunde, Schäferhunde oder auch Windhunde, die auf der Rennbahn Runde um IMGP1844baRunde abhecheln. Und es gibt andererseits den reinen Haushund, der seinem Menschen keinen „Nutzen“ bringt.

Dieser gespaltenen Mentalität kommt der Staat auch noch mit der Einrichtung von „Dog Pounds“ entgegen – sprich Konzentrationslager für Vierbeiner, in denen man seinen nicht länger erwünschten Hund abgibt, woraufhin die arme Seele auf Staatskosten eingeschläfert wird. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, ist Irland das einzige Land in der EU, welches „Puppy-Farms“ erlaubt. Bauern und Farmer dürfen als mit einem Freifahrtschein Welpen zuhauf produzieren.

Auch der Urlaub mit Wauzer ist in Irland gar nicht so stressfrei, wie die Landschaft erträumen ließe. Viele Wirte pochen auf die strengen Gesetze, lassen Hunde nicht mit in ihre Pubs und geht es mit dem Hund ins Gelände maulen die caniden-phobischen Bauern aus Angst um ihre Schafe. Ins Land selbst kommt der bepelzte Vierbeiner zwar mittlerweile auch ohne sechsmonatige Quarantäne, aber ein Bluttest muss die Tollwutimpfung dennoch dokumentieren.

Puh klingt alles ganz schön gruselig. Weil uns die Recherche so unwahrscheinlich traurig gemacht und auf Zinne gebracht hat, haben Herr Senfhund und ich beschlossen dem Post doch noch eine ganz andere Richtung zu geben und den Saint Patricks Day mit Kleeblattzauber auch für Glückpelze zu begehen.

 

„Kiss me – I´m Irish“ – nun also der schöne wauzige Beitrag zum Saint Patricks Day

Das richtige Outfit:

Irland als grüne Insel, umgehen von Meer – sooo eine romantische Vorstellung. Da die Farbe grün ja auch in der irischen Flagge aufkeimt, kommen wir am Paddy´s Day nicht umher, uns auch grün zu kleiden. Askan trägt dann ja bevorzugt sein schniekes Kleeblättchenhalstuch. Wenn sich der Herr Pfotenschön schon für sein Ausgehoutfit entschieden hat, will ich natürlich nicht gekniffen werden und werfe mich auch gleich noch in meinen Kleeblattschmuck.

Der richtige Spaziergang:

Schaut man sich Fotos der irischen Landschaft an, drängt sich einem direkt ein gewisser Zauber auf. Irgendwie wirkt doch alles nicht nur grün, sondern auch ein wenig verträumt und verschlafen. Um dem gerecht zu werden und dem Bub einen verzauberten Tag zu machen, waren wir mal so richtig tief im Wald und zwar so richtig richtig aber richtig tief. Und bei all dem Moos, Nebel und Wassergeplätscher warteten wir fast darauf, dass irgendwo eine Fee oder ein Kobold ums Eck gekrümelt kommt. Unerwähnt bleibt dabei, wie lange ich nach diesem Fleckchen Irlands im vogtländischen Grün habe suchen müssen – Wochen der Vorbereitung für diesen Ausflug und dann verlauf ich mich auch noch 🙂 .

 

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Die richtige Bewirtung:

Klar, dass zum irischen Abend Guinness oder Kilkenny dazu gehören. Ich persönlich find ja, dass Guinness wie abgestandenes Spülwasser schmeckt, aber als Exportschlager der Iren kommt man auch aus der Nummer nicht wirklich raus. Während ich also versuche mir mit der Plörre einen anzuzaubern (was gar nicht so einfach ist, wie man meinen könnte :-)), gibt es für Askan natürlich eine passende Naschigkeiten – was läge bei einer Insel näher als leckere Hundekekse mit Fisch? Gebacken wurden die fürs bepelzte Knusperchen nach diesem Rezept:

300 gr. Mehl

      3 Eier

2 Dosen Fisch

alles zu einem Teig vermengt für 10 Minuten bei 170° backen

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Kleiner Hinweis am Rande: Von dem Duft, der nach dem Backen durch die Wohnung strömt, haben wir trotz Lüften, inflationärem Gebrauch einer Aromatherapie namens „Febreze“ und hermetischem Abriegeln der Küchentür noch wirklich lange Zeit etwas.

Die richtige Unterhaltung:

Klar zu Irland gehören nicht nur grüne Landschaften, Kleeblätter, Schafe, Mythen und Kobolde, sondern auch der „finest irish folk“. Hier waren wir nicht ganz stilecht. Statt uns also Riverdance in Endlosschleife reinzuschlängeln, haben wir auf die Gute-Laune-Sause-Musik von Fiddlers Green zurückgegriffen. Wer sie nicht kennt: Marschrichtungszahl Band youtuben, verlieben und den Abend rocken. Musik allein reicht uns aber noch lange nicht. Also empfehlen wir euch gleich noch einen richtig unterhaltsamen und komischen Wauzer, der uns in regelmäßigen Abständen Lachbauchschmerzen verursacht (Shamrock McGuiness).

Das richtige Spielie:

Da meine liebe Fellnase nach dem gemeinsam zelebrierten Feiertag natürlich die Dankbarkeit auf vier Beinen ist, gibts last but not least direkt noch ein Spielie oben drauf. Wie soll es anders sein – natürlich in Kleeblattform. Aus ein paar Stoffresten selbst genäht, war super schnell etwas Hundefreude gezaubert. Sollte jemand auf die ir(r)witzige Idee kommen und auch so ein kleines Kissen für seinen Hund nähen wollen, sei Folgendes gesagt: Man suche sich eine schöne Vorlage in Herzform, reproduziere selbige acht mal auf Stoff, schneide sie aus und nähe immer vier Stück Eck auf Eck zusammen. Dann die beiden Teile rechts auf rechts aufeinanderlegen, einmal drumherum nähen, Wendeöffnung nicht zu vergessen, wenden, füllen, schließen und bäm ist man schon fertig.

 

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Soooo und auch noch was fürs Frauchen:

Da bei uns die Temperatur ja immer noch regelmäßig in den Keller fallen, mein Tag heute mit dem ewig langen Freikratzen meines enorm zugefrorenen Autos begann und der Frost uns auch am Gedenktag des vielbeschriebenen Bischofs offensichtlich nicht in Ruhe lassen wollte, gabs für mich noch einen Kuschelwuschelschal aus dicker Schafswolle – natürlich im irischen Stil (wie könnts denn heut auch anders sein? 🙂 ).

 

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Wir ihr seht: zumindest wir haben es uns heute so richtig gut gehen lassen 🙂 . Habt ihr noch Ideen und Anregungen wie man dem kleinen bepelzten Kobold ein Partyhütchen aufsetzen könnte? Wer möchte, kann sich im Übrigen hier für die Hunde Irlands einsetzen :-).

 

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2 thoughts on “Whisky in the jar – ähm Guinness im Napf

  1. Aaaaalso, da muss ich doch mal ein ernstes Wörtchen mitreden. Wie redest du denn von meinem Liebsten aller Lieblingsbiere? *kopfschüttel* so geht das aber nicht. 😀 Ansonsten ist euch euer Saint Patrick’s Day aber hervorragend gelungen! 🙂

    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Ehhhrrrrlichhhhhhh 😀 ????!!!!!! OHHHHH ich seh schon: bei einem Besuch bei euch, müssen wir unser eigenes Bier mitbringen 😉 hihi danke, vielleicht möchte Moe ja auch mit Kleeblättern dekoriert werden 😉 O-Ton meiner Mama „Der arme Bub muss aber auch für alles herhalten“ 😉

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