Webinar „Taube Hunde – the sound of silence“

Ihr Lieben, man mag es kaum glauben: Wir haben tatsächlich etwas gewonnen 🙂 Dog-ibox verloste nämlich die kostenlose Teilnahme an dem Webinar „Taube Hunde – the sound of silence“ von Gerd Schreiber und wir hatten im Lostopf ein glückliches Pfötchen. Am vergangenen Mittwoch waren wir nun live dabei und fassen euch heute das – aus unserer Sicht – Wichtigste zusammen 🙂

Zunächst einmal ist das hündische Ohr ein ziemlich faszinierndes Ding. So können unsere Hunde im hohen Frequenzbereich Töne bis etwa 45.000 Hertz wahrnehmen. Zum Vergleich schafft das menschliche Gehör lediglich Geräusche bis 23.000 Hertz. Hinzu kommen 17 Muskeln am Hundeohr, die die genaue Ortung der Geräuschquelle ermöglichen. So viel zu unserem Vorwissen, aber wie geht man nun mit einem „Täubchen“ – so nennt Gerd Schreiber taube Hunde liebevoll – angemessen um?

 

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Er hangelte sich in seinem Webinar an den Erfahrungen mit seiner tauben Hündin „Snow“ entlang, wodurch in wirklich jeder Minute eine unwahrscheinliche Wertschätzung deutlich wurde. Schnell war klar, dass einem Angst, Vorurteile oder Bedenken gegenüber tauben Hunden genommen werden sollen. Denn auch wenn Hunde ein feines Gehör haben und anhand des Trittes unterscheiden können, ob sich Frauchen oder Herrchen nähert, ist dies eben auch nur ein Sinn von vielen. Grob gerechnet fehlt einem tauben Hund also 20% Sinnesleistung, sodass dies mithilfe der anderen Sinne durchaus zu kompensieren ist. Wir Menschen nutzen ja auch nicht 100% unserer Hirnleistung 🙂 . Demnach arbeitete Gerd heraus, dass taube Hunde zu allererst ganz normale Hunde sind bei denen ähnliche Probleme (Leinenaggression & Co) entstehen können, wie bei hörenden Hunden auch.

 

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Das Erkennen einer Taubheit sei wiederum weniger leicht und eindeutig als man vermutet. Das alleinige Klatschen in die Hände reicht nicht aus, da Hunde auch über ihre Tasthaare solche Erschütterungen wahrnehmen können. Jedoch gibt es weitere, wenn auch deutlich kostspieligere, Möglichkeiten das Gehör eines Hundes medizinisch überprüfen zu lassen.

Hinsichtlich der Ursachen einer Taubheit beschreibt Gerd angeborene (vor allem bei Hunden mit einer hellen Pigmentierung vorkommende) und erworbene (Alter, Krankheit) Möglichkeiten. Bei einem Hund, der bereits im Welpenalter taub ist, sollte die Erziehung entsprechend mit spezifischen Sichtzeichen aufgebaut werden. Eine erworbene Taubheit hingegen ist vor allem bei älteren Hunden ein schleichender Prozess, sodass es insgesamt günstig ist, Hörzeichen mit Sichtzeichen zu verknüpfen. Man weiß ja nie. In unserem Bericht über Askans Vokabelheft ist uns ja schon aufgefallen, dass mein Bub relativ wenige Worte kennt. Dafür regeln wir irgendwie aus Gewohnheit recht viel über Gesten, sodass ich denke, man setzt seine Körpersprache schon jetzt unbewusst viel häufiger ein als man meint 🙂 . Lediglich der Freilauf gestaltet sich bei einem tauben Hund natürlich schwieriger.

Für die eingesetzten Sichtzeichen gibt es keine Normen oder Vorgaben. Jeder entscheidet selbst mit welchen Gesten er sich wohl fühlen kann, wobei Gerd Führübungen aus dem Agility als hilfreich beschreibt. Wichtig sei insgesamt, dass sich alle Beteiligten einig sind und auch Personen, die außerhalb der Familie mit dem Hund interagieren (bspw. Dogwalker) Bescheid wissen. An dieser Stelle beschrieb Gerd welche Aspekte vor der Anschaffung eines tauben Hundes beachtet werden sollen und warum die Täubchen häufig im Tierschutz landen.

 

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Weiterhin beschreibt er das Training mit tauben Hunden wirklich anschaulich mit Ablaufschemata, nützlichen Hilfsmitteln und entsprechenden Videos. Marker und Reize können zwar nicht eins zu eins von einem hörenden auf einen tauben Hund übertragen werden, aber vieles ähnle sich. Von der Benutzung von Vibrationshalsbändern rät Gerd, der übrigens auch in einer eigenen Hundeschule als Trainer tätig ist, ab. Zwar könne das Training mit tauben Hunden länger dauern, aber es lohne sich auf jeden Fall. Gerd sieht das Ganze mit Humor und beschreibt, dass zumindest keine Geräuschängste, wie sie bei vielen Hunden zu Silvester vorkommen, bearbeitet werden müssen. Taube Hunde seien häufig etwas ängstlicher als hörende Hunde und benötigen ein wenig mehr Zeit, um sich in neuartigen Situationen zu orientieren. Neben diesen Besonderheiten wurden gleich noch ein Menge hilfreicher Signale erklärt.

Für ganz Fleißige benannte er abschließend fünf Bücher, die im deutschen Sprachraum zum Thema „tauber Hund“ auf dem Markt wären. Allesamt wären interessant, aber eher als „nice-to-know“ denn als „must have“ zu betrachten. Hinzu kamen einige Tipps in Sachen Websites und Co.

Insgesamt muss wirklich die sehr wertschätzende und liebevolle Art hervorgehoben werden mit der Gerd taube Hunde beschreibt und Besonderheiten erläutert. Obwohl das Webinar mit über zwei Stunden Dauer an einem Mittwochabend doch recht lang war, wurde es aufgrund der kurzweiligen Art und Weise nicht langweilig. Anschließend gabs sogar noch einen Link für die Aufzeichnung falls man nochmal reinschauen möchte und entsprechendes Material 🙂 Wir freuen uns ein Loch in den Bauch, dass wir das Glück hatten aus dem Lostopf gezogen zu werden und dabei sein durften 🙂 Freilich versuchen wir beim nächsten Gewinnspiel wieder unser Glück 🙂

 

Jetzt natürlich die Frage an euch: Habt ihr Erfahrungen mit tauben Hunden und wenn ja welche? Was würde euch noch interessieren?

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