Webinar rund ums Thema Bauchspeicheldrüse bei Hund und Katz

Wir haben es mal wieder getan und uns ein wunderbares Webinar von Petra Friedrich angehört. Es ist ja ziemlich prima in Krankheit und Vorweihnachtschaos noch ein Webinar zu quetschen, aber es hat sich wirklich vollends gelohnt 🙂 . Bereits im Oktober haben wir ja schon einmal von der Tierheilpraktikerin und ihren Erfahrungen sowie Empfehlungen rund um den Einsatz von Heilpilzen berichtet. Was sie jetzt über die Bauchspeicheldrüse unserer lieben Vierbeiner zu erzählen hatte, steht den Pilzen in Sachen Interessantheitsgrad in Nichts nach 🙂 .

Wie gesagt, arbeitet Frau Petra Friedrich auch als Beraterin für das Institut MykoTroph ® und gibt in diesem Rahmen häufiger sehr sehr umfangreiche Webinare, denen man kostenlos folgen kann. Diesmal war ich von der Organisation her wirklich begeistert. Da Fragen nur am Ende beantwortet wurden, hielt man sich gut an die vorher verabredete Zeit. Versteht mich nicht falsch, aber wenn man eng getimt ist, ist es wirklich unwahrscheinlich toll, wenn sich Veranstalter auch an die Zeiten halten 🙂 .  Also Pluspunkt Eins, wobei ich von Frau Friedrich ja schon vorher absolut begeistert war.

Sie dröselte zu Beginn erst einmal auf, was eigentlich für Nährstoffe im Hunde- und Katzenfutter stecken und dass Kohlenhydrate beispielsweise in Form von Nudeln ja mal vom Nährwert her Toilettenpapier gleich kommen. Über Futtermittelskandale wie die BSE-Geschichte und Evolution von Hund und Wolf landete man schließlich bei den einzelnen Aufgaben der Organe des Verdauungstraktes.

 

imgp2499

 

Über die Zähne, die aufgrund der Form, zum Reißen gedacht sind, die Kieferbewegungen, die nicht wie beim Menschen seitlich gehen und mahlen, sondern vielmehr vor und zurück reißen, kamen wir zum allseits besprochenen Thema Zahnstein. Hier empfahl Frau Friedrich neben einigen Heilpilzen auch Algen wie beipielsweise Ascophylum Nodosum, welche Zahnstein in Anteilen wohl auch auflösen könne und nicht wie beispielsweise die Chorella-Alge mit zusätzlichen Kräutern gegeben werden muss. Sie erklärte ebenfalls wie Zahnstein überhaupt entsteht und welchen Zusammenhang es zum Leberstoffwechsel geben kann. Ist nämlich der Speichel in seiner Zusammensetzung durch die Ernährung verändert, bleiben die Mineralien nach dem Verdunsten des Speichels übrig und werden dann zu Zahnstein. Der wie wir wissen beim Hund auch gefährliche Folgen haben kann. Wer nicht zur Alge greifen möchte, findet hier auch noch andere Hinweise rund um das Thema.

Anschließend besprachen wir eine ganze Weile den Aufbau des Magens, welcher beim Hund – oh staune – als Wolfserbe äußerst dehnbar ist. Kurz drauf widmete sich das Webinar dem Darm von Hund und Katze, der im Übrigen deutlich kürzer ist als bei Pflanzenfressern. So bietet er kaum Möglichkeit komplexe Kohlenhydrate zu verdauen, welche ja aufgrund eines fehlenden Enzyms im Speichel auch erst im Magen vorverdaut werden.

Über die Leber, die ja an der Fettumwandlung beteiligt ist, kamen wir schließlich zur Bauchspeicheldrüse, die sich in einen endokrinen und einen exokrinen Anteil spaltet. Im exokrinen Anteil werden circa 200-400 ml Verdauungsspeichel am Tag produziert. Beim Hund geht dabei ein Schenkel der Drüse in Richtung Milz und einer in Richtung Darm, sodass aufgrund der Nähe zu den Organen Erkrankungen wohl auch schnell mal überspringen können. Die Drüse selbst wiederum unterteilt sich in einzelne Läppchen, welche aus Zellgruppen bestehen. Diese Azinizellen sind äußerst wichtig für die Produktion von Verdauungsenzymen. Bei all den Erklärungen und Fachwörtern bekommt man bei Frau Friedrich schnell das Gefühl ein Facharztstudium zu absolvieren. Und zwar im absolut positiven Sinne, denn alles war sehr anschaulich und gut aufeinander aufbauend erklärt.

Der letzte Teil des Webinars widmete sich den Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse mit besonderem Blick auf akute und chronische Pankreatitis. Hier wurde das Tempo etwas angezogen, sodass man eine halbe Sehnenscheidenentzündung davon trug, wollte man alles genau mitschreiben. So genau musste man das aber eigentlich gar nicht, denn es gab die Vortragsunterlagen in Form einer PDF gleich noch mit dazu 🙂 .

Haja, die akute Pankreatitis entstehe wohl, wenn der Hund in kurzer Zeit eine Menge Fett gefressen oder über lange Zeit sehr kohlenhydratreich ernährt wurde. Im schlimmsten Fall könne eine isolierte Form durch die Steigerung der Produktion von Verdauungsstoffen zu einer Selbstverdauung mit Blutungen im Bauchraum, Lungen- und Herzversagen sogar zum Tod führen. Symptomatisch für so eine akute Pankreatitis seien Erbrechen, Schwäche sowie ein angespannter Bauchraum. Über Röntgen, Ultraschall und vor allem Blutuntersuchungen sei die Erkrankung gut festzustellen, wobei man hier als Halter vor allem Wert auf einen CLPI oder einen TLI-Test legen sollte.

 

imgp2467

 

Da die Bauchspeicheldrüse ein Organ sei, welches lange beleidigt ist, müsse man sie bis zur vollständigen Genesung äußerst lange unterstützen. Häufiger komme beim Hund jedoch eine chronische Pankreatitis in milder Form vor.  Diese äußere sich durch intermittierende (also abwechselnde)  Durchfälle und Erbrechen. Oftmals zeigen die Tiere keinerlei Schmerzen und scheinen auch klinisch gesund. Jedoch kann aus der milden Form auch eine schwere Form werden, sodass man präventiv agieren sollte. Die Fütterung gestaltet sich dann ähnlich wie bei der akuten Form der Erkrankung möglichst verdauungsfreundlich in drei bis vier kleinen Mahlzeiten über den Tag hinweg. Zwischen diesen sollten ein paar Stunden liegen, um der Bauchspeicheldrüse Zeit zur Regeneration zu lassen. Zusätzlich zu magerem Fleisch und Naturreis kann aber auch Löwenzahn die Therapie unterstützen. Dieser hilft bei der Entgiftung über die Niere, unterstützt die Leber und regt vor allem Gallenfluss und Insulinproduktion an.

Abschließend behandelte Frau Friedrich noch die exokrine Pankreasinsuffizient – kurz EPI.  Bei dieser Erkrankung sind die Azini-Zellen häufig zerstört, sodass die Tiere trotz Heißhunger abmagern, häufig Durchfall haben, oft Kot absetzen in dem unverdaute Futteranteile noch gut zu erkennen sind und Bauchgrummeln haben. Besondere bei Collies und Schäferhunden werde dies durch einen Gendefekt vererbt. Na da wurden wir aber gleich mal hellhörig. Die Azini-Zellen bilden sich bei diesen Rassen im Alter von einem halben Jahr bis fünf Jahre langsam zurück. Durch einen Bluttest aber auch durch eine Kotprobe kann die Erkrankung nachgewiesen werden. Gibt man ein bis eineinhalb Stunden zuvor Enzyme ins Futter, die selbiges für den Hund vorverdauen, kann man ein erkranktes Tier gut unterstützen. Auch der Verzicht auf bindegewebsreiches Futter wie Pansen oder Euter kann zur Unterstützung beitragen. Aufgrund der Resorptionsstörung benötigen die Tiere häufig auch einen erhöhten Anteil an  Zink. Da 80% der Immunsystems im Darm sitzt, empfiehlt Frau Friedrich ebenfalls zweimal im Jahr eine Darmsanierung.

 

Um solchen Erkrankungen vorzubeugen, wird eine frische und artgerechte Ernährung unserer Tiere empfohlen.

Warum auch wir der Meinung sind, dass BARFen der sinnvollste Weg ist, haben wir ja bereits mehrfach und breit erörtert 🙂 . Wer nun auch BARFen möchte, sich aber in Sachen Futterplan unsicher ist, kann übrigens gern einmal nach Heidi Hermann oder Swanie Simon googeln. Beide Koryphäen bilden Ernährungs- und BARFberater aus, sodass sicherlich ein Kontakt mit einer Fachkraft in der Nähe zustande kommt bei der man sich gut aufgehoben und beraten fühlt.

So und ganz zum Schluss widmete sich Frau Friedrich umfangreich unseren Fragen. Ich hatte viele und bekam auch wirklich jede einzelne beantwortet 🙂 . Ich fand das Webinar wieder einmal unwahrscheinlich spannend, aufklärend und gut gelungen. Man kann Frau Friedrich wunderbar zuhören, die Fakten sind fundiert und gut erklärt. Was will man mehr?

 

Blog logo2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.