Vorsicht „long vehicle“ oder warum so ein Rücken eine ziemlich frakile Angelegenheit ist…

Egal wo man hinschaut oder was man liest – der Rücken scheint immer eine Rolle zu spielen. Ob beim Fahrradfahren, beim gemeinsamen Laufen oder beim Agility – häufig hört man Sprüche wie „Na bei dem langen Rücken sollte man das aber nicht machen.“ . Ein Grund mehr uns heute einmal etwas genauer mit dem Hunderücken auseinanderzusetzen.

Zugegeben – Askan ist ein wirklich laaaannnngeeerrrr Hund. Gern bezeichnen wir ihn auch mal liebevoll als „Zugluftstopper“. Der Hunderücken hat Einiges an Knochen, die wiederum durch allerlei Innereien wie Wirbel, Sehnen und Co miteinander verbunden sind. Man unterteilt das gute Stück in Hals-, Brust und Lendenwirbelsäule sowie Kreuzbein.

Häufig werden Schäferhunde aufgrund der Überzüchtung als gefährdet in Sachen Rücken eingestuft und nicht wenige Welpen werden nach dem ersten Röntgen direkt eingeschläfert. Wir wohnen im dritten Stock mit einigen Treppen – natürlich mache auch ich mir da Sorgen wie lang das bei einem so langen Hundenrücken gut gehen kann und Dinge wie „Dackellähme“, „Bandscheibenvorfall“ oder „Spondylose“ schwirren mir panikartig im Kopf umher. Hör ich es einmal knacken wenn Askan aufsteht, sind direkt fünf neue Bücher zur Rückengesundheit beim Hund gekauft. Aber ist hier wirklich alles Gold, was glänzt?

Ursachen?

Fakt ist, dass Hunde mit Rückenleiden häufig aggressiv reagieren. Rückenschmerzen entstehen in erster Linie aufgrund einer mangelnden Aufwärmung beim Hundesport oder bevor die Wauzer heftigst toben. Frisbeesport, Agility mit vielen Hürdensprüngen sowie der Schutzdienstteil mit den Vielseitigkeistübungen stehen ja häufig auch im Verruf, die Gesundheit des Hundes zu beeinträchtigen. Studien haben gezeigt, dass Rückenschäden oftmals aufgrund von Muskelverletzungen und der daraus folgenden Schonhaltung entstehen können. Interessanterweise besteht kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen dem Treppensteigen und der Entstehung von Rückenproblemen, wobei das Heruntersteigen wohl ein höheres Verletzungsrisiko bergen kann hinsichtlich der möglichen Stürze.

Aufwärmen kann man Hund beispielsweise durch sehr langsames Laufen und einige Tricks wie beispielsweise den Diener oder Slalomübungen. Häufig entwickeln auch Hunde, die einmal Schwierigkeiten mit den Gelenken hatten, ein Rückenleiden. Auch Hunde, die in der Wachstumsphase Schmerzen hatten oder unspezifisch lahmen haben eine große Wahrscheinlichkeit, Rückenprobleme zu entwickeln.

Versteht jeder, den die Hexe selbst einmal angeschossen hat. Getreu dem Motto „Wenns im Rücken mal wehtut, wird jede Bewegung zur Qual.“

Auch das viel diskutierte Leinenrucken kann nachweislich Schäden am Hunderücken verursachen. Ruckt man nämlich am Halsband, kann es zu Quetschungen am Kehlkopf kommen. In der Folge entstehen Schäden an der Halswirbelsäule. Wenn es also schon ein Halsband sein muss, dann ein breites und mit Stoff Gefüttertes. Sollte man nun eher zum Geschirr wechseln wollen, um einige Gefahren zu verringen, gibt es ebenfalls Aspekte, die beachtet werden wollen. Zum Beispiel sollte das Geschirr anschmiegsam sein, nicht einschneiden und die Leine mitsamt Karabiner nicht auf dem Hunderücken schubbern. Sitzt es zu eng, besteht die Gefahr, dass es auf der Wirbelsäule scheuert. Außerdem sollte der Hund so oder so genug Platz zum Atmen haben. Je nach Einsatzgebiet gibt es nun unterschiedliche Geschirrtypen, wobei die beste Lösung wahrscheinlich nur über „try and error“ gefunden werden kann.

Vorbeugungen und Hilfe?

Was kann nun aber helfen? Erfahrungsgemäß stützt eine starke Muskulatur die Rückenwirbel, sodass Schmerzen und Erkrankung hierdurch vorgebeugt werden kann. Tolle Übungen hierzu findet ihr übrigens bei dog in motion. Wollt ihr lieber zu einem Physiotherapeuten vor Ort, um euch einen Rat zu holen, dann achtet bitte sehr genau auf dessen Ausbildung! Darüber hinaus macht es durchaus Sinn mit dem Hund über unterschiedliche Bodentypen zu gehen und nicht immer nur Straße und Asphalt zu laufen. Da unterschiedliche Böden verschiedene Muskelgruppe ansprechen und der harte Asphalt das Abfedern für die Gelenke erschwert, kann man hier seinem Hund mit einem leichten Tipp durchaus helfen.

Wem all der Input noch nicht genug war, der möge sich bitte näher belesen, beispielsweise bei Anders Hallgren „Rückenprobleme beim Hund“ 🙂 . Sooo und nun viel Freude und Spaß mit euren Fellnasen 🙂 .

 

 

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