Holunder, Holunder, Holunder

Okay, zugegeben – der Beitrag kommt etwas spät, denn die erste Blüte ist bei uns leider schon durch 🙁 , obwohl Holunder ja eigentlich von Juni bis August blüt. Trotzdem möchten wir mit euch teilen, was wir diesen Sommer so alles aus den leckeren Dolden gezaubert haben 🙂

Eigentlich gilt Holunder ja als Heil- und Schutzpflanze. Vor allem gegen Nieren- und Blasenleiden wurde das Gewächs in der Naturheilkunde eingesetzt. Obendrauf sollte es auch noch gegen allerlei Unheil schützen, weil die Göttin Freya in den Büschen lebe und so die Häuser um sich herum schütze. Bloß gut, dass Holunder nebenbei auch noch fantastisch schmeckt 😉 . Gesammelt und ordentlich abgewaschen lassen sich die Dolden, also die Blüten des Holunderstrauches, in Ei und Paniermehl tunken und von allen Seiten wie ein Schnitzel anbraten. Schmeckt unwahrscheinlich lecker. Vor allem wenn man Kartoffelspalten und ein wenig Pute dazu isst – voll sommerlich 🙂 . Alternativ kann der Holunder auch als Omlett zubereitet werden 😉 .

 

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Die Idee kommt übrigens von meiner Nachbarin. Ich war davon maximal begeistert und habe in der Hauptblütezeit meine ganze Verwandtschaft einholundert 🙂 . Beim Pflücken der Blüten habe ich auch ganz schön viele andere Jäger oder viel mehr Sammler getroffen. Da wars am Ende recht knapp, überhaupt noch Blüten zu bekommen. Befragt meinten die meisten der Getroffenen, dass sie aus den Blüten und Blättern Tee für den Winter herstellen würden.

Vom Holunderfieber gepackt, habe ich das Thema natürlich auch in meinen Bekanntenkreis getragen. Hier werde aus den Blüten vor allem Sirup und Gelee hergestellt. Der Sirup eignet sich mit Sprite, Minze und Sekt gemischt extrem gut für selbst gemachten Hugo (seht ihr oben auch auf dem Bild) 🙂

Holunderblütengelee

  • 30 Dolden
  • 1 Liter Wasser
  • 3 Zitronen
  • 1 Orange
  • 1 kg Gelierzucker

Die Blüten waschen, abzupfen und in eine Schüssel geben. Orange und Zitronen in Scheiben schneiden und zu den Blüten geben. Schüssel gut verschließen und über Nacht stehen lassen. Die Mischung abseihen und in einen Topf geben. Gelierzucker dazu und für 5 Minuten kochen. Die Mischung noch heiß in die Gläser füllen und das Ganze für 5 Minuten kopfüber lagern.

Holunderblütensirup

  • 25 Dolden
  • 1 Liter Wasser
  • 2 Zitronen
  • 1 kg Zucker

700 gr Zucker in Wasser aufkochen bis der Zucker komplett aufgelöst und ein „Läuterzucker“ entstanden ist. Zitronenscheiben und gewaschene Blüten zusammen mit dem restlichen Zucker in ein Gefäß geben. Sobald der Läuterzucker abgekühlt ist, wird er ebenfalls zu der Mischung gegeben. Das Ganze wird dann drei Tage zugedeckt bei Zimmertemperatur stehen gelassen und gelegentlich umgerüht. Zum Schluss wird die Mischung abgeseiht und erneut aufgekocht. Noch heiß abfüllen. Dunkel und kühl gelagert, kommt man bis zur nächsten Blüte hin 🙂

Im September kann man dann erneut auf die Jagd gehen und die Beeren des Strauches sammeln. Sirup, Gelee und Tee eignen sich aber auch super als Mitbringsel und liebevolle Geschenke 🙂 Um das Maximum aus den Dolden zu holen, solltet ihr sie um die Mittagszeit plücken und nicht wie ich kurz vor der Nacht 🙂 .

Getreu dem Motto „Zu jedem Haus gehört ein Holunderbusch“ habe ich mich auch mal erkundigt, wie man so ein Schmuckstück in den eigenen Garten siedeln kann, um nicht für jeden Gast erst fünf Kilometer zum nächsten Strauch laufen zu müssen. Im Internet gestalten sich die Anleitungen ja entsprechend schwierig. In einer Tageszeitung (!) – ja Holunder ist offensichtlich im Trend – laß ich dann Folgendes: Einfach abschneiden, in die Erde stecken und hoffen 🙂 Vor allem feuchte und lehmige Böden möge der Strauch, wobei die optimale Pflanzzeit im Herbst oder zeitigem Frühjahr wäre. Besonderes Augenmerk sollte darauf liegen, dass der Miniholunder gut mit Wasser versorgt sei. Und an der Stelle bin ich dann doch ausgestiegen…

Der Wauzer hat am Holunder übrigens keinen Spaß. Der gilt für den Hund als giftig. In Blättern, Rinde und Beeren scheint vor allem beim Schwarzen Holunder (also den, den wir allgemeinhin als Holunder kennen) Sambunigrin enthalten zu sein, welches  zu Vergiftungserscheinungen wie Durchfall und Erbrechen führen könne. Seien Beeren verarbeitet und nicht mehr roh, zerfalle der Stoff und könne vom Hund vertragen werden. Mir ist das dennoch zu heiß, ehrlich gesagt. Und auch der Mensch sollte aufgrund des Sambunigrin die Finger von rohen Beeren lassen 😉 .

Last but not least das unnötige Wissen, dass Holunder seinen Namen mit der lieben Frau Holle teilt, denn beide gehen auf die Göttin von Quellen und Brunnen „Holla“ zurück 😉 Wenn ihr jetzt nicht angeben könnt, weiß ich aber auch nicht 🙂 Habt ihr denn noch mehr holundrige Ideen und Rezepte???

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2 thoughts on “Holunder, Holunder, Holunder

  1. Holunderblütensirup machen wir auch immer sehr gerne selbst.

    Genauso wie später von den roten Früchten, leckere Holundermarmelade 🙂
    Wuff, Deco und Pippa

    1. Na mit den Beeren bin ich immer etwas vorsichtig :-/ Aber vielleicht hast du da ja auch ein tolles Rezept?

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