Get shit done – unsere Teilnahme am Tough Hunter 2016

Willkommen im Dreck …

 

Haja, auf unserer Budget-List steht die Teilnahme an einem Dog Triathlon oder einem anderen sportlichen Event mit Hund. Budget-Listen sind ja zum Erfüllen da, das Leben mit Geschichten anzureichern und das Besondere auch einmal zu erleben. Nur dass das Besondere mit ziemlich viel Arbeit verbunden war, denn die Sportlichsten sind wir von Haus aus nun leider nicht….

 

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Holt euch also schon mal einen Tee, wir platzen vor Stolz und so wird der Beitrag wohl doch etwas länger 🙂

 

1. Die Vorbereitungen:

Eigentlich wollten wir als Gruppe teilnehmen. Gut, wer genau Teil der Gruppe sein könnte, war mir zum Zeitpunkt der Anmeldung noch nicht ganz klar, aber die Frage hatte sich in Ermangelung freier Gruppenplätze auch recht schnell in Wohlgefallen aufgelöst, denn der TOUGH HUNTER war super schnell ausverkauft. Also war die Frage: Zähne rein oder Zähne raus und als Einzelstarter in einem Team antreten, welches in Gänze zusammengewürfelt ist und sich so absolut nicht kennt? Ganz klar, jup!

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So kam es dann, dass wir den letzten Einzelstarterplatz ergattert haben. Meine Schnellentschlossenheit war nämlich recht spät (Juni). Und joggen war ich seit über einem Jahr nicht mehr, trailen und apportieren konnte Askan auch nicht – top Voraussetzungen.

Wir haben also klammheimlich trainiert. Erst das Joggen, wobei das einen eigenen Artikel wert ist. Ich weiß jetzt also über Vorderfuß, Fersen – und Mittelfußlauf Bescheid und dass man bergab lieber nicht zu schnell laufen sollte, um Verletzungen am Meniskus zu vermeiden. Ob Lauf-ABC oder Aufwärmübungen für den Hund – Check.

Wir sind ziemlich konsequent gelaufen, ob mit gebrochenem Zeh, bei Affenhitze, Starkregen oder deutlich längerer Strecke als geplant, weil wir uns im Wald süße fünf Kilometer verlaufen haben – das zumindest haben wir durchgezogen, obwohl Askan nach einer Weile doch die imaginäre Mittelkralle erhoben hat, wenn ich zum Training blies.  Dann kam das Krafttraining dazu. Bei so viel Sport sollte man meinen man sieht ratzfatz aus wie Heidi Klumm – nee, aber man fühlt sich gut (also wenn der Muskelkater dann mal nachlässt). Mithilfe des Schlingtrainers, dem Youtube-Kanal Bodykiss und sämtlicher Selbstüberwindung, die ich so aufbringen konnte, habe ich mich also vorbereitet. So ganz ohne Personal Trainer, denn die Organisatoren hatten einen recht straffen Trainingsplan rausgegeben 🙂 . Anschließend noch Tragetraining – das fand Askan nämlich auch kernscheiße. (Kleiner Tipp: den Hund beim Heben immer an den Gelenken absichern.)

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„Was haben Jogger und Hundehalter gemeinsam? – Im Regen trifft man nur die, die es wirklich ernst meinen.“

Impulskontrolle:

Um danach mit Askan an seiner Impulskontrolle zu arbeiten: erst ein Leckerli vor die Nase halten, bis zehn zählen und wenn er geschafft hat – rein in den Hund. Netten Input rund um dieses Thema findet ihr übrigens hier. Oder ihr lest direkt ein ganze Buch dazu 🙂 Sehr hilfreich in Sachen Impulskontrolle waren übrigens auch die Übungen aus dem Anti-Gift-Köder-Training, welches wir im Sommer gemacht hatten. 🙂

 

Apportieren:

Gut, nachdem ich seit mindestens zwei Jahren versuche, Askan das Apportieren schmackhaft zu machen, war das schon ein größeres Projekt. Also schaffte ich diverse Dummys und DVD´s an und siehe da ziemlich schnell war das Dummy Askans neues Lieblingsspielzeug, was im Nachgang sogar genutzt werden konnte, um ihm die Frisbee gleich auch noch mit schmackhaft zu machen – kommt wohl doch nur auf die Qualität der Nascherein an. Also auf das Dummy fixieren – jedes Bringen in Grund und Boden loben, dann wieder mit Signal verbinden und so weiter und so weiter. Übrigens hat unser Dummy von Hunter leider recht schnell das Zeitliche gesegnet, da einige Nähte ziemlich böse aufgerissen sind – schade, denn das war mein Favorit unter allen.

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Abschließend gabs dann auch gleich noch einen Komplettcheck beim Tierarzt, womit unsere Vorbereitungen dann auch schon abgeschlossen waren.

 

2. Das Equipment:

Nachdem recht schnell klar war, dass ich mit meinen „zehn -Euro –Schuhen“ von Tschibo nicht auf ewig durch den Wald wuseln kann, mussten neue Schuhe her. Marke, klar. Wasserdicht, auch klar. Nur leider waren die (bis sie richtig eingelaufen waren) eher hinderlich. Ich fühlte mich als habe ich Blei an mir kleben. Heute möchte ich sie nicht mehr missen. Neue Kompressionsstrümpfe und Funktionsklamotten haben sich ebenfalls nach und nach in meinen Warenkorb bei Amazon geschlichen. Eine passende Joggingleine mitsamt Geschirr von Ruffwear hatten wir schon länger, sodass ich zumindest fürs Hundetier nichts mehr anschaffen musste und viel mehr Ausrüstung war dann auch gar nicht nötig.

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3. Der Lauf:

Haja, also Nummer Eins aus unserem Team schied leider wegen Bänderriss aus und damit auch unser eigentlicher Pro fürs Trailen. Die nächste im Team schied aufgrund einer Autopanne aus und blieb unwahrscheinlich lang auf der Autobahn liegen, die Arme.  Sonntags vor dem Rennen ging bei mir die Grippe los. Ich klang wie ein Bär auf Whisky- und Zigarettenabussus – es schien eher die felligen Paralympics zu werden denn ein canivorer Crosslauf. Dass wir überhaupt das Ziel erreichen stand für mich noch in den Sterne. 🙂

Meine Eltern fuhren mich dann zum Rennen. Im Auto wurde dann schon kräftig gescherzt, wie sich der Schönwetter-Ritter denn wohl die Pfoten nass machen soll, ob er überhaupt sein Raudelfell dabei hat, denn ohne umziehen wird er so dreckig nicht wieder ins Auto kommen, wie lang das Ganze dauern wird und ob ich mir darüber im Klaren bin, dass abends Stadtfest mit Feuerwerk ist, wo man schon mal wieder daheim sein könnte. Aufbauend – ihr Lieben 😛  Zumal ich das Ganze ja ziemlich geheim gehalten habe, denn ob ich kurz vor Schluss nämlich Panik bekomme und trotz der bezahlten Meldegebühr einen Rückzieher mache, konnte ich so noch nicht vollumfänglich ausschließen…

Übrigens ein kleiner Nachtrag auf besonderen Wunsch: meine Eltern haben mich natürlich super unterstützt und angefeuert 🙂

Die Beschilderung war dann doch recht dürftig und so irrten wir trotz Navi durch Warmsteinach, wo der ganze Spaß stattfinden sollte. Schließlich angekommen lernte ich meine Mitstreiter erstmalig an der Anmeldung kennen und siehe da wir verstanden uns prächtig. Die Stimmung war super und so vertrieben wir uns die Zeit bis zum Start mit Spazieren und Bummeln. Essen konnte vor Aufregung ja sowieso keiner 🙂  .

 

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„Das Leben beginnt dort, wo die Komfortzone endet.“

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Während des Neun-Kilometer-Laufes waren 25 Aufgaben zu bewältigen. Da wir ein ziemlich bunter Haufen waren, traf sich das perfekt. Jeder unserer Hunde hatte sein Steckenpferd, sodass wir alle Aufgaben ziemlich reibungslos bewältigen konnten. Auch vom Laufen her war die Strecke bis auf einige Berge ganz schön. Durch die Aufgaben gab es regelmäßige Unterbrechungen, sodass man sowieso nicht durchjoggen musste. Regelmäßig warteten dann Bananen und Wasser an Versorgungsstationen auf uns und auch fotografiert wurde mehr als reichlich. Da die professionellen Bilder aktuell noch nicht verfügbar sind, reich ich die nach 🙂 Wer aber schon mal einen Einblick haben mag, kann auf der Seite von Warmesteinnach ein wenig stöbern 🙂 .

 

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Wie es einige geschafft haben so unwahrscheinlich sauber wieder in das Ziel einzulaufen, war uns als Team völlig schleierhaft. Nach dem Krabbeln durch Netze und Reifen, dem Rutschen auf einer Seifenrutsche mitsamt Fellnase auf dem Schoß, dem Balancieren auf Holzstämmen, dem mehrfachen Trailen, dem Apportieren und Dummys aus der Heide suchen, dem Kriechen durch Sand/ Heu/ Tannenzapfen, dem Gruselkabinett, der Hasenjagd, dem Tragen des Hundes durch ein Matschloch, dem Über- und Unterqueren von Baumstämmen, dem Sprinten, Canicrossen, dem Ignorieren von Verleitern, dem Bewältigen eines Seil- und Hangelpfades, einer Offroadtour durch den Wald bei 45° Anstieg, dem Überspringen von Heuballen und dem Tragen des Hundes in einem Sack sahen wir nun wirklich nicht mehr aus wie aus dem Ei gepellt 🙂 .

 

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Durch die liebe Leithündin unseres Teams fühlte sich Askan übrigens spontan beflissen auch Canicross-Champion zu werden. Da war ich aber mal baff 🙂 Hatte ich vorher noch Angst, dass mir mein Schönwetter-Ritter und die blöde Grippe ein halbes Jahr Vorbereitung schmeißt, war ich im Nachgang doch ziemlich stolz 🙂 Die Ziellinie überquerten wir als Team Hand in Hand und super glücklich. Zwei Teams haben wir sogar überholt. Mit Bier, Hundefutter, einem Armband, einer Armee-Marke und T-Shirt wurden wir im Ziel belohnt. Die Organisatoren von TOUGH HUNTER haben nämlich in Kooperation mit einem Frischfleischlieferanten extra Hundefutter produziert („echtes Fleisch für echte Hunter“).  Insgesamt haben wir 2 Stunden und 20 Minuten für die Strecke gebraucht (1 Minute und 5 Sekunden beim Sprint), haben uns dabei aber sicher nicht tot gemacht. Klar war es anstrengend, aber gut zu schaffen 🙂

 

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 „Deine Geschwindigkeit ist egal. Vorwärts ist vorwärts.“

 

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Obligatorisch schossen wir dann noch ein paar Abschlussfotos und shoppten kleine Andenken in Form von Leinen und Halsbändern für unsere Fellnasen 🙂

 

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4. Die Nachwehen und unser Fazit:

Also halten wir fest wie es allein gewesen wäre: Trail – fail, Hunt – fail, Retrieve – Fail, Impulskontrolle – so lala, Canicross – Luft nach oben. Im Team sah das Ganze dann doch deutlich anders aus, sodass es wirklich ein riesen Spaß gewesen ist. Ich bin ziemlich stolz auf meine Fellnase, denn dass ich mich so arg auf ihn verlassen kann und es als Teams so gut klappt, hätte ich wirklich nicht erwartet.

Einziger Wehrmutstropfen waren die Tierärzte, die wirklich auch noch das bestsitzenste Geschirr zu bemängeln hatten. Sicher mit Blick auf die Gesundheit der Hunde, aber da es wirklich nur um den Spaß ging, die Zeit keine Rolle gespielt hat, einige Strecken normal gelaufen und nicht gerannt wurden und keiner seinen Hund durch die Gegend gezehrt hat (weil die Stimmung einfach so grundentspannt und heiter war), kann man ruhig auch mal Fünfe grade sein lassen und das Ganze etwas lockerer betrachten.

Unser Lebensstil hat sich definitiv verändert, denn durch den TOUGH HUTNER zogen Magnesium, Smoothie-Maker und Trailschuhe bei uns ein. Mittlerweile werde ich unleidlich, wenn ich mal nicht joggen war, dass hätte auch mal niemand für möglich gehalten. Wir haben viel geübt, was ohne die Motivation der Teilnahme an so einer Schlammschlacht definitiv nicht so gewesen wäre.

Von daher danken wir Nadin für ihre tolle Idee, ziehen Hut und Klingel und klatschen unser tolles Team noch einmal mit einer imaginären felligen High-Five ab. Ihr wart toll 🙂

 

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4 thoughts on “Get shit done – unsere Teilnahme am Tough Hunter 2016

  1. Krasse Sache, liebe Isabelle…
    Da kannst Du aber riiiiiichtig stolz drauf sein, sowas ist echt toll und nicht für jeden was.
    Bin richtig neidisch darauf.
    Freu mich deinen Blog nochmal neu entdeckt zu haben, sehr heimelig hier.
    GLG Danni mit Watson

    1. Liebe Danni und lieber Watson,

      wir freuen uns arg über euren lieben Worte 🙂 . Macht’s euch sehr sehr gern heimelig 😉 wir bringen euch auch gern Kekse, Kakao und Leberwursttaler vorbei für die richtig gemütliche Stimmung 😉

      Pfotige Grüße,
      Askan & Isa

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