Disc-Dogging – Wird die Sache mit den fliegenden Hunden und dem richtigen Dreh zu unserem neuen Hobby?

Ich berichtete ja schon vor vielen vielen Monden von der Ausstellung/ Messe in Chemnitz, wobei ich dabei kaum betonte, wie begeistert ich von den Disc-Doggern war. Sandra Wolff mit Wolffs Flying Dogs traten dort auf und weckten das tiefe Bedürfnis in mir, auch zu trainieren. Und da wir ja seit der Begleithundprüfung quasi sport- und heimatlos sind, suchen wir schon länger nach einem neuen Hobby. Tja was soll ich sagen, das Herz will was das Herz will, weshalb diverse Scheiben, Bücher und DVDs bei uns Einzug hielten.

 

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Ich probierte mir also wortwörtlich einen Wolf ab, aber mein Bube hatte einfach keinen müden Schwanzwedler für die Scheibe übrig. Nicht mal mit der Lefze zuckte er bis ich mein Leid in einer Facebookgruppe klagte. Hier wurde ich auf ein Seminar des Disc-Doggers Thomas Fischer aufmerksam gemacht – zu dem ich mich auch gleich Hals über Kopf einschrieb. Erwähnen sollte man vielleicht nicht nur, dass Askan zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal Bälle brachte, sondern auch, dass ich absolut nicht werfen kann. In meinem Kopf und meiner Welt hatte die Vorstellung trotzdem irgendwie Sinn gemacht 🙂 .

Nur leider wurde ich zu dem Seminartermin im Mai krank. Fischvergiftung. Geil, ich hätte ja einfach auf den Platz kübeln können. Fiel also aus. Als Tipp bekamen wir aber – quasi zum Trost – den Hinweis, mit Askan doch erst einmal das Apportieren zu üben und ihn aus den Scheiben zu füttern. Gesagt getan innerhalb der letzten Monate habe ich es geschafft, und da hört ihr mächtigen Stolz heraus, dass Askan das Dummy als sein Lieblingsspielzeug super gern bringt und auch richtig gehend an ist, wenn er es sieht. Aus der Scheibe gabs nur das Leckerste vom Leckersten, sodass wir auch diesen Rat befolgten.

 

Zusätzlich wurde mir als Alternative die Teilnahme an einem Wochenendseminar am vergangenen Wochenende angeboten. Lange Rede, kurzer Sinn: Wies uns gefallen hat, erfahrt ihr heute 🙂

Also vorweg: ich kam schon maximal angefressen und ausgeglüht an. Mein Handy hatte einen Virus, weshalb das Navi ständig ausfiel und ich streckenmäßig ziemlich im Trüben fischen musste. Wir waren aber trotzdem noch pünktlich und wurden zugleich abgeschreckt. In meiner Erinnerung konnte zu dem Seminar jeder kommen – nur dass, mit „jeder“ offensichtlich nur Leutz aus dem Verein beziehungsweise assoziierte Personen gemeint zu sein schienen. Da fühlte ich mich doch direkt mal wie ein Outlander. Gefolgt von der Tatsache, dass der Aufbau von Smalltalk kaum möglich war. Nun ja. Weggeatmet, ging ja um den Sport.

 

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Begonnen wurde das Seminar von einer ausführlich Einweisung in Sachen Scheibekunde, während derer ich verschiedenste Scheiben in meinen Händen hielt und versuchte mir nicht anmerken zu lassen, dass sie für mich irgendwie alle gleich waren. Scheiben eben. Das Wichtigste sei trotzdem  betont: kauft Hundescheiben, die biegbar sind und keine zwei Euro Scheiben beim Discounter. Wir haben spaßenshalber auch einmal an kaputten Scheiben gerieben und gezerrt. Das tut wirklich schweineweh. Das will man keiner Hundeschnauze antun. Von den Zähnen ganz zu schweigen.  Scheiben mit Löchern drin, bergen zusätzlich noch die Gefahr, dass sich die Pfoten verhaken, Sehnen reißen oder Krallen brechen – also auch hier lieber die Pfoten weg. Seit seiner Entstehung 1976 sind im Disc-Dogging ja wirklich ständig neue Scheiben entwickelt wurden. Ich kann da nur empfehlen, sich einmal mit einem Kenner auseinander zu setzen oder aber unterschiedliche Scheiben zu einem Seminar selbst in der Hand zu halten, sonst ist man als Einsteiger wirklich einfach nur unwahrscheinlich überfordert.

 

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Anschließend ging es mit dem Werfen los. Vorne. Hinten. Oben. Unten. Durch die Beine. Hinter dem Rücken. Ich schwöre, ich treffe einen Laster von innen nicht, sodass meine Grobmotorik in Kombination mit einem ziemlich steifen Handgelenk vom Tennisspielen nicht grade für Begeisterung sorgte. War das Seminar, doch plötzlich gar nicht nur für Anfänger, sondern auch für Leutz mit Wettkampfniveau. Sahne.

Noch geiler wurde das Ganze dann nach dem Mittag als auch Askan an die Scheibe sollte. Der Trainer begann also mit dem Versuch, Askan mit der Scheibe zum Raudeln zu animieren. Selbiges quittierte mein Bub mit einem demonstrativen Absitzen hinter mir. Auch als ich die Scheibe mit dem Trainer hin – und herspielte, war ihm keine Spur Interesse abzugewinnen. Ich dachte also schon, dass ich umsonst bezahlt habe und noch am Abend heimfahren werde. Da kam seine Frau ins Spiel. Angela Tederke, die gemeinsam mit mir und Askans Dummy einen guten Weg gefunden hat, die Scheibe ein wenig interessanter zu gestalten. Erst sollte der Bub den Dummy bringen, dann in den Dummy beißen. In der anderen Hand hielt ich die Scheibe und abwechselnd gabs für „Nimms“ ein Leckercken. Als er dann bereit war, in die Scheibe zu beißen und merkte, dass die gar nicht zurückbeißt, begann ich rückwärts zu laufen und mit ihm zu raudeln, ganz leicht. Anschließend wurde erst das Dummy geworfen und apportiert. Dann das Gleiche in grün mit der Scheibe. Läuft oder besser fliegt.

 

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Nur so viel: Askan fängt den Roller schon jetzt (also nach drei Trainingseinheiten) aus dem Rollen heraus. Für den Bub und den Start in dieser Sportart in der Kürze der Zeit eine Topleistung. Und genau das ist auch meine Meinung von Angela. Ich war von ihr hellauf begeistert, mit welcher Energie und Frische und vor allem Kompetenz sie das Seminar hielt.

Weniger begeistert war ich allerdings von dem Verein, den Einstellungen und der Gastfreundlichkeit. Aus der angebotenen Übernachtungsmöglichkeit wurde ein Zimmer im Jugendherbergsstil, welches nicht absperrbar war. Als ich Samstagabend schließlich mit Migräne und vom Tag ziemlich gefrustet darniederlag und auf einmal irgendeiner im Zimmer stand, fand ich das weniger lustig. Auch die langen Wartezeiten zwischen den Einzeltrainings hätte man für Hund und Halter deutlich sinnvoller nutzen und gestalten können, sodass auch das allgemeine Frustrationslevel der anderen Teilnehmer irgendwie recht hoch war. Von der Versorgung, Hunden in Autos und Boxen, fast noch läufige Hündinnen und der Abwertung des eigenen Hundes mit „der ist eh zu blöde für sowas“ sprech ich da jetzt noch gar nicht.

 

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Aber davon mal abgesehen, haben wir trotzdem viel lernen können auch wenn ich zwischendurch schon befürchtet hatte, dass ich der beste Werfer im Vogtland werde ohne einen Hund, der die Scheibe auch fängt. Zum Beispiel, dass der Hund vorher wirklich ziemlich gut aufgewärmt sein sollte. Mögliche Übungen dafür findet ihr auch in anderen Sparten wie dem Trickdogging. Dann sollte die Wiese, auf der gespielt wird, sicher sein und keine Mauselöcher, etc. umfassen, um Verletzungen zu vermeiden.

Fazit? Ich hätte mir deutlich mehr Freundlichkeit und Offenheit auf dem Seminar gewünscht. Von der Trainerin und ihrer Vorgehensweise bin ich nach wie vor absolut begeistert, sodass ich nun schon im Vogtland Augen und Ohren offen halte. Womöglich bekommen wir ja hier eine Gruppe zusammen 🙂

 

Welche Erfahrungen habt ihr mit der fliegenden Scheibe gesammelt? Habt ihr Tipps, Hinweise oder gute Literatur? Raus, raus, raus damit 🙂

 

 

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