Darmgesundheit beim Hund? – Buchtipp

Letztens wurde auf Facebook in einer Bloggergruppe gefragt, wer sich denn uneigennütziger Weise zum Probelesen und –rezensieren eines Buches mit dem Namen „Hunde und Katzen: Gesunder Darm und intakte Haut mit EM und Naturheilkunde“ von Carolin Caprano zur Verfügung stellen würde. Leider waren wir nicht unter den Auserwählten mit Probeexemplar, aber wir haben dafür die fünf Euro selbst in die Hand genommen und berichten heute was wir von Buch, Autorin, Schreibstil und Inhalt halten 🙂 .

Von EM – also Effektiven Mikroorganismen – hat man ja schon mehrfach gehört. Ob als Napf, Perlen am Halsband gegen Zecken oder als Putzmittel begegnete mir EM schon mehrfach in unterschiedlichen Zusammenhängen. Umso spannender klang natürlich auch der Buchtitel 🙂 . Und zunächst einmal sei gesagt, dass sich das Buch wirklich geschwind liest. Die einzelnen Kapitel sind übersichtlich und enthalten dennoch genug Informationen, um die verschiedenen Erklärungen verstehen zu können. Ich musste einzig über den Satz „Es gibt im Verdauungssystem zehn mal mehr Mikororganismen als ein Lebewesen Körperzellen hat“ lachen, denn den hab ich nämlich mindestens fünf mal in der Form gelesen 🙂 . Aber zumindest merkt man es sich so 🙂 .

Die Autorin dröselt erst einmal auf, warum Mikroorganismen, die wir ja zumeist mit allerhand Desinfektion bekämpfen, eigentlich doch gar nicht so schlecht sind. Vor allem die Milchsäuremikroben. Die „Effektiven Mikroorganismen“ wurden von Prof. Dr. Teruo Higa entdeckt. Einem japanischen Agrarwissenschaftler. Also warum nicht auch zur Darmsanierung nutzen, wissen wir doch, dass 70% des Immunsystems im Darm sitzen? Frau Caprano beschreibt eingangs, dass Wölfe vor allem zuerst die Innerein ihres Beutetieres fressen würden, um so an die Mikroben zu kommen. Das trifft sich ja ganz gut mit der Aussage, dass beim Barfen Gemüse und Obst zu pürieren ist, da es der Wolf sonst auch nur vorverdaut aus dem Magen des Beutetieres aufnehmen konnte. Und das da auch Kräuter und Co mitgemischt haben und gleichzeitig die Gegenaussage, dass die ganzen Bakterien aus dem Beutetiermagen durch Pürieren nicht imitiert werden können. Also da trifft sie offensichtlich den Zeitgeist. Der Fokus des Buches liegt meiner Meinung nach insgesamt eher auf Hunden, was mir ja wirklich entgegen kommt. Als Katzenhalter wäre es mir ein bisschen zu wenig Input gewesen.

Auch das Thema „Übersäuerung“ – zudem man meiner Meinung nach – leider viel zu wenig Infos findet, greift die Autorin auf und beschreibt in diesem Zuge auch noch einmal den optimalen pH-Wert von 5. Zur Einführung in die Homoöpathie muss ich sagen, dass ich mir nur aufgrund des Lesens des Buchkapitels keine Globuli-Gabe zutrauen würde. Also da füllen die Infos von Samuel Hahnemann allein in meinem Bücherregal drei Bücher und die haben noch nicht gereicht, um mir ein Gefühl der Sicherheit im Umgang mit den 220 Mitteln zu geben. Vielleicht sollte man hier dann eher trennen: Ein Buch nur über EM, ein Buch über Kräuter, eines über Homoöpathie, etc. um ausführlicher mit den Themen umgehen zu können. Laut Autorin reagieren mit EM unterstützte Hunde übrigens auch besser auf solche alternativen Heilmethoden.

Insgesamt ist es eher ein netter Überblick und ergänzende Literatur zu anderen Büchern. Alleinstehend fänd ich es nicht umfassend genug, aber für das Geld kann man nichts verkehrt machen 🙂 . Im Hinblick auf den Einsatz von EM ist die Autorin schon konkret, sodass man sich Nachgang durchaus zutraut, das Produkt zu kaufen und zuzufüttern. Vielleicht kann das Buch ja ein Einstieg in eine Reihe sein, in der man auch beschreibt wie die einzelnen Futterzusätze miteinander interagieren, etc. 🙂

 

 

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