Anschaffung einer Schwimmweste oder vergewaltige ich meinen Hund?

Okay, dieses Projekt ist offensichtlich schon ein paar Monde her, denn mittlerweile stellt sich die Frage nach einer Schwimmweste für den Hund ja schon gar nicht mehr. Trotzdem wollen wir euch heut noch einmal rückblickend über unsere Erfahrungen in Sachen „Senfhund goes wet“ berichten.

 

 „Ein Schwimmweste für einen Hund der nicht ins Wasser geht? Du spinnst!

– die erste Reaktion meiner Mama.

Hör doch mal auf, deinen Hund zu vergewaltigen.“

– die Reaktion einer Bekannten.

Ich weiß gar nicht, warum man so viel Zeit damit vergeuden sollte, einem Hund das Wasser schmackhaft zu machen.“

– die Reaktion eines Nachbarn.

 

 

Tja in den Tagen bevor die Weste bei uns Einzug hielt, stiegen die Temperaturen ins Unermessliche, sodass ich gemeinsam mit Askan immer Öfter an die nahgelegene Talspeere fuhr. Wenn ich schon aus allen Poren triefe und das Gefühl habe ohne kühles Nass zu schmelzen, wie fühlt sich da wohl mein Herr Pfotenschön? Dass Askan nicht besonders viel vom Wasser hält, haben wir euch ja bereits lang und breit erzählt.

Was dabei unerwähnt blieb ist, dass die ganze Sache wirklich an mir nagt. Ich bin ja der Meinung, seine Angst raubt ihm ein Stück hündische Lebensqualität. Als ob er sich selbst im Weg stünde. Sicherlich muss er nicht vor Freude einmal um die Ostsee paddeln, aber wenigstens ein kleines bisschen im Wasser plantschen, wäre doch nett. Deshalb zog eine Schwimmweste bei uns ein. Sozusagen unser letzter Versuch.

Angetrieben haben mich die Erfahrungen meiner beiden Blogger-Kolleginnen Stephanie und Claudia. Außerdem hatten wir Urlaub – es ging an die See – Hundestrand ist klar. Also wann wenn nicht jetzt?

Ich habe mich also für das Modell von Ruffwear entschieden. Nicht weil ich mich durch sämtliche Produktests gewältzt hätte, sondern einfach weil sein Geschirr ihm so gut passt und ich mir sicher war, dass die Schwimmweste in der gleichen Größe auch gut sitzen wird. Geliefert wurde das gute Stück ziemlich schnell und ratzfatz haben wir wieder an der Talsperre gastiert. Gemeinsam mit Hundefreunden, die für ein wenig Wasser Freund und Vaterland verraten würden. Ich war auch schon vollends in Bademontur geworfen und mitsamt feinster Naschigkeiten ausgestattet. Lets get ready to rumble.

In die Weste passte der Bube ohne Probleme. Da er das Anziehen ja auch schon vom Geschirr kennt, war das alles kein Problem und die verstellbaren Schnallen sorgten gut für einen individuellen Sitz. Trotzdem lief Askan erstmal wie ein Storch im Salat. Bis zum Bauch kamen wir schon mal in Wasser. Da sorgten auch seine Kumpels für. Aber nie weiter.

 

 

So und jetzt Asche auf mein Haupt. Die Atombombe der Angsthundbehandlung: Ich habe ihn einfach ins Wasser getragen. Richtig weit rein. So richtig richtig weit – nämlich bis der Bube nicht mehr stehen konnte. Und siehe mal einer an: Schwimmen kann das Hundetier – zwar nur zum Strand zurück, um sich anschließend hinter der Badetasche zu verstecken, aber beim zweiten mal ging es schon deutlich leichter. Dann hatte ich auch aufgehört meinen Vierpfötler zu quälen und ihn einfach gemeinsam mit seinen Freunden flitzen und raudeln lassen. Da war er dann auch für alles entschädigt.

 

 

 

 

Leider war das unserer letzter richtig schöner warmer Sommertag gewesen, sodass es noch keine weiteren Anläufe gab. Die Weste behalten wir aber in jedem Fall und versuchen es dieses Jahr weiter. Steter Tropfen höhlt schließlich den Stein. Außerdem hat Askan auch nur drei Jahre gebraucht, um zu verstehen wie das mit dem Apportieren läuft – ich bin also optimistisch. Vielleicht wird auch noch so ein kleiner Hundepool für den Garten bei uns einziehen, um so nach und nach die Scheu vorm kühlen Nass abzubauen. Wie gesagt so ein Triathlon gemeinsam mit der Fellnase wäre schon ziemlich cool.

Aber jetzt warten wir ja erstmal auf besseres Wetter 🙂 .

 

 

 

 

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